Das Phantom im Visier

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Die US-Forschergruppe NAWAC behauptet, in einem entlegenen Tal in Oklahoma auf eine neue Art von Menschenaffe gestossen zu sein. Sie hätten sie dutzende Male gesehen. Die Forscher, darunter sind auch diverse Akademiker, wollen den ultimativen Beweis: Eine Leiche. Nur so könne die Wissenschaft und die Behörden von der Existenz der Spezies überzeugt werden. Mehrmals seien sie ihrem Ziel nahe gekommen, sagen die Mitglieder Daryl Colyer und Alton Higgins in exklusiven Interviews.


«Es ist wie im Dschungel hier», sagt Alton Higgins. «Weite Gebiete sind völlig unerschlossen. Die Vegetation ist dicht und die Biodiversität sehr gross.» Die Fotos, die er zeigt, untermauern seine Worte: Grüne Hügel, so weit das Auge reicht, ein wilder Bach, der sich einen Weg durch dichtes Buschwerk bahnt. Die Landschaft erinnert eher an Zentralafrika als an die USA. Doch sie befindet sich in den Ouachita-Bergen im Herzen Nordamerikas. Hier, in dieser wilden Region im südöstlichen Oklahoma sucht eine Gruppe von amerikanischen Forschern nach Bigfoot.

Dutzende Sichtungen

«Wir haben sie mittlerweile dutzende Male gesehen», sagt Higgins, ein mittlerweile pensionierter Biologieprofessor, der in Oklahoma City wohnt. «Verschiedene Tiere, Jungtiere, ältere. Eines, das wir immer wieder zu Gesicht bekommen, nennen wir Old Grey. Das Tier ist rund zwei Meter gross, muskelbepackt und von silbergrauem Haar bedeckt – es ist eine eindrückliche Erscheinung.» Er selbst habe Old Grey gesehen, als das Tier über eine Lichtung gehuscht sei. Ein anderer Forscher habe es beim Überqueren eines Flusses beobachtet – trotz seiner Grösse und Statur sei es völlig lautlos und elegant über die Steine ins Unterholz geflüchtet.

Die Berichte von Alton Higgins und der North American Wood Ape Conservancy (NAWAC) klingen fantastisch. So fantastisch, dass sie aus der Feder des englischen Schriftstellers Arthur Conan Doyle stammen könnten. Ähnlich wie dessen Figuren in The Lost World behaupten die NAWAC-Forscher, auf eine Art vergessene Welt gestossen zu sein. Eine entlegene Region inmitten der Vereinigten Staaten, in der sich urzeitliche Kreaturen versteckt halten.

«Ich würde es wohl selbst nicht glauben, wenn es mir jemand erzählen würde», sagt NAWAC-Mitglied Daryl Colyer. «Ich kann aber nur betonen, dass unsere Berichte wahr sind und diese Tiere zweifellos existieren.»

Die Berichte der NAWAC sind glaubwürdiger als die von anderen Bigfoot-Forschergruppen. Das liegt vor allem an der grossen Anzahl an Wissenschaftlern, welche involviert sind. Sechs nahmen an den jüngsten Feldstudien teil, darunter Biologen und Anthropologen. Nebst Higgins etwa die kalifornische Anthropologin Kathy Strain oder der Biologe Angelo Capparella, der an der Universität von Illinois lehrt.

Die Wissenschaftlichkeit der Gruppe zeigt sich auch an der Art und Weise wie sie ihre Erfahrungen und gesammelten Spuren dokumentieren: 2015 veröffentlichten sie online auf ihrer Website woodape.org ein umfassendes Buch mit dem Titel The Ouachita Project Monograph, in dem jeder relevante Vorfall exakt protokolliert ist und im Gesamtzusammenhang besprochen wird.

Die NAWAC nennt die Kreaturen, nach der sie sucht, «wood apes», was übersetzt Wald-Menschenaffen heisst. Sie wollen sich vom Begriff Bigfoot abgrenzen – er sei zu negativ behaftet. Zu sehr bringe man ihn mit Boulevardpresse, Fälschungen und Spinnern in Verbindung, so Colyer. Zudem sei wood ape die in der Ouachita-Region gängige Bezeichnung für den Bigfoot.

Geheimes Forschungsareal

Daryl Colyer ist Ex-Militär und studierter Historiker aus Texas, der heute in der Privatwirtschaft tätig ist. Er ist in der NAWAC für die Koordination der Feldstudien und die Auswertung der Daten zuständig.

«Die Expeditionen finden jeweils im Sommer statt, mehrere Dutzend Leute nehmen abwechselnd daran teil», erklärte mir Colyer. In kleinen Gruppen begeben sich die Forscher in das entlegene Tal und verbringen dort Tage bis Wochen in einer Hütte und in Zelten.

Wo genau «Area X» – so nennt die NAWAC ihr Forschungsgebiet – liegt, will er nicht verraten. Es sei ein Privatgrundstück – «der Besitzer hätte wenig Freude, wenn wir den Standort bekanntgeben würden.» Der zweite Grund für die Geheimniskrämerei ist, dass die Forscher ihre Arbeit ungestört machen wollen. Und sie fürchten, dass die Bigfoots, die dort angeblich leben, weiterziehen würden, wenn regelmässig Neugierige vorbeikämen.

Bekannt ist nur, dass Area X in den Ouachita-Bergen im Südosten von Oklahoma liegt. «Die Ouachitas sind eine Gebirgskette in der Mitte von Nordamerika», erklärt Colyer. «Der höchste Berg ist etwa 3000 Fuss hoch. Das Gebiet ist grösstenteils unerschlossen. Es ist beinahe unpassierbar, besonders für Menschen zu Fuss, weil es so steinig ist. Mit einem Offroad-Fahrzeug, einem Pferd oder einem Maulesel kommt man leichter vorwärts.»

Das Wetter in den Ouachitas sei sehr mild. «Die Sommer sind heiss und feucht, im Winter kann es manchmal gefrieren. Es fällt viel Regen. Tatsächlich fällt in dieser Region mehr Regen als irgendwo sonst in Oklahoma.» Diese Faktoren: Die Abgeschiedenheit der Region, und das moderate und zugleich feuchte Klima seien wohl die Hauptgründe, weshalb die Bigfoots diese Region als Zuhause gewählt hätten.

Sie werfen mit Steinen

Einmal vor Ort, versuchen die Forscher, die Bigfoots anzulocken. «Oft kommen sie von selbst, wir müssen nur warten.» Die Forscher gehen auf Patrouille, versuchen die Tiere mittel woodknocking anzulocken, oft versammeln sie sich auch einfach am Lagerfeuer und reden. «Die Tiere sind sehr neugierig, am Lagerfeuer wird gesprochen und gelacht, zugleich können sich die Tiere im Schutz der Dunkelheit nähern», so Colyer.

Er führt exakt Protokoll über die Ereignisse. Er verzeichnete Steinwürfe ins Lager – insbesondere das Hüttendach sei ein beliebtes Ziel –, oder das Ausreissen und Umstossen von Bäumen. Laute sind ebenfalls zahlreich protokolliert worden: So genannte whoops – typische Affenlaute –, Geschrei, und bisweilen auch Töne, welche ans Sprache erinnern würden, sagt Colyer.

Wo sind die Fotos?

Die Gruppe kann jedoch vor allem Berichte vorweisen, zudem ein paar Fotos von Fussspuren sowie angeblichen Futterstellen, weiter einige Lautaufnahmen. Was die NAWAC nicht vorweisen kann, sind Fotos der Kreaturen oder Videoaufnahmen. Dieser Umstand lässt viele Skeptiker an den Behauptungen der NAWAC zweifeln.

«Wir versuchten jahrelang, an Fotos zu gelangen», erklärt Colyer. «Mittels Kamerafallen. Wir investierten Tausende von Dollars in die Dinger. Wir erhielten Hunderte Aufnahmen von Schwarzbären, aber keine einzige von einem wood ape.»

Indizien sammeln, das sei mittlerweile nicht mehr das Ziel, erklärt er. «Sie bringen einfach nichts. Es existieren ein paar eindrückliche Filmaufnahmen und Fotos, es gibt unzählige Gipsgüsse von Fussabdrücken. Doch es reicht nicht, weder für die Wissenschaft noch für die Regierung. Nur ein totes Exemplar kann ihre Existenz eindeutig belegen.»

Deshalb jagen die NAWAC-Forscher nicht mehr mit Kameras durch den Wald, sondern mit grosskalibrigen Waffen.

Schüsse und Blutspritzer

Colyer, der jahrzehntelang in der amerikanischen Luftwaffe diente, kam dem ultimativen Beweis schon sehr nahe – im Jahr 2011. Damals habe er einen Affen beobachtet, der sich geschmeidig durchs Unterholz bewegte. Colyer feuerte mit seinem Schrotgewehr auf das Tier. «Wir fanden Blutspritzer auf einem Stein, doch keine Leiche», sagt er und erklärt: «Ich hatte nicht die richtige Waffe für diese Distanz und habe das Tier wohl dort erwischt, wo es eine besonders robuste Muskulatur hat. Die Blutspritzer, die wir fanden, wiesen auch nicht auf eine tiefe, sondern eine eher oberflächliche Wunde hin.»

Es sei unglaublich schwierig, diese Tiere zu jagen, erklärt der erfahrene Jäger. «Eine Sichtung dauert im Schnitt 1 bis 3 Sekunden, das reicht nicht, um zu reagieren. Diese Tiere sind wie Ninjas: extrem schnell und lautlos.»

Noch näher dran als Colyer war NAWAC-Kollege Travis Lawrence im Sommer 2013.

In jener Nacht hatte sich Lawrence in einem Zelt positioniert – mit einem Gewehr, das über ein Wärmebild-Zielfernrohr verfügt. Die Wärmebild-Technologie, die etwa von Rettungskräften bei der Suche nach vermissten Personen eingesetzt wird, macht Wärmeabstrahlung sichtbar, was erlaubt, Lebewesen in absoluter Dunkelheit zu sehen. Lawrence konnte somit durch die Zeltwand sehen, ob sich etwas dem Lager näherte – der Lauf seines Gewehrs war durch eine Öffnung in der Wand auf die Umgebung gerichtet.

Alton Higgins befand sich in der Nähe von Lawrence in einem anderen Zelt. Er sollte als eine Art Köder dienen und das Interesse der wood apes wecken. «Wir wissen, dass sie sich gerne Zelten nähern», sagt Higgins. Um etwa 4 Uhr sei er erwacht. Dann habe er mit dem Reissverschluss am Zelteingang Lärm gemacht, um das Interesse eines allfällig lauernden Bigfoots zu wecken.

Die verschwundene Leiche

Lawrence rekapituliert, was danach geschah: «Plötzlich sah ich eine Gestalt in den Büschen unweit von Altons Zelt. Ich sah nur den Oberkörper, der untere Teil war von Büschen verdeckt. Die Figur war gross, hatte einen spitz zulaufenden Kopf und mächtige Trapezmuskeln – für mich war klar, was ich da sah.» Innert Sekunden richtete Lawrence das Fadenkreuz auf den Kopf der Kreatur und drückte ab. «Ich dachte, es sei geschafft.»

Doch die Ernüchterung kam schnell: Trotz intensiver Suche fanden die Bigfoot-Jäger keine Leiche. Dafür stiessen sie dort, wo die Kreatur gemäss den Angaben von Lawrence gestanden hatte, auf mehrere Zweige mit Löchern.

«Er war anfangs absolut sicher, dass er die Kreatur getroffen hatte», sagt auch Colyer, der von den Rufen von Lawrence aus dem Schlaf gerissen wurde. «Ich dachte auch, der wood ape würde dort am Boden liegen. Ich kenne kein Lebewesen, das ein solches Projektil aus 27 Metern Entfernung überleben kann. Wir gingen zur Stelle, wo die Kreatur gestanden hatte, doch da war nichts. Es war unfassbar!» Später fanden Colyer und Lawrence die durchlöcherten Zweige. Sie folgerten, dass diese das Geschoss entscheidend abgelenkt hatten. «Es war ganz einfach Pech.»

«DNA reicht nicht»

Die NAWAC begründet ihren Einsatz von Schusswaffen ganz rational: Damit eine neue Art von der Wissenschaftsgemeinde anerkannt wird, muss eindeutig und unabhängig vom Finder festgestellt werden können, dass sie sich von den bisher bekannten unterscheidet. Eine Leiche oder zumindest Knochen seien nötig, sagt Alton Higgins. Bloss DNA – etwa aus Haaren oder Kot extrahiert – reicht seiner Meinung nach nicht.

«Wir haben jahrelang versucht, an DNA zu gelangen», sagt Higgins. Nachdem Colyer auf ein Exemplar geschossen hatte, seien Blutspuren auf Steinen gefunden worden, jedoch erst mehrere Tage später. «Das Blut war ausgetrocknet, sodass die Analysen keine DNA zu Tage förderten», sagt Higgins.

«Die Analyse wurde in einem sehr bekannten Labor durchgeführt, ausserhalb der USA», ergänzt Colyer. «Die Wissenschaftler sagten, sie könnten nicht bestätigen, dass es sich um Blut handelt, was aus unserer Sicht unmöglich ist. Wir hatten insgesamt fünf Steine. Mit den ersten zwei führten wir selbst einen Bluttest durch. Unser Mitglied Ken Helmer, der Arzt ist, meinte, dass es sich um Blut handelt. Zwei weitere Steine sandten wir dem Labor. Doch die Wissenschaftler dort konnten unser Ergebnis nicht bestätigen, was wir nicht begreifen konnten. Entsprechend konnten sie auch keine DNA entnehmen. Unser Vertrauen in die etablierte Wissenschaft kam dadurch ziemlich ins Wanken.» Der letzte Stein sei sicher in einem Gefrierfach verstaut. «Vielleicht lassen wir ihn in Zukunft, wenn die Analysemethoden besser werden, erneut testen.»

Kritik an Bryan Sykes

Die vermeintlichen Blutspritzer waren nicht der einzige DNA-Fund. 2012 zupften NAWAC-Forscher einige lange Haare von einem Holzbrett ihrer Hütte in den Ouachitas. Die NAWAC-Forscher vermuten, dass sie von einer der Kreaturen hinterlassen worden waren, als sie versucht habe, durch das geöffnete Fenster nach einem der schlafenden Forscher zu greifen. «Wir wissen nicht, was da genau geschah», sagt Colyer. «Unser Mitglied Ken Helmer sagte, er sei in der Nacht von etwas angestupst und kurz gepackt werden. Wir nehmen an, dass es ein wood ape war, denn von uns war es niemand.» Die Forscher sandten die Haare an den britischen Genetiker Bryan Sykes, der zur selben Zeit für eine mehrjährige Studie vermeintliche Bigfoot-Proben sammelte. Seine Arbeit ist 2014 veröffentlicht worden.

Doch was genau mit den Haaren aus den Ouachitas geschah, weiss Colyer nicht. «Sykes hat auf unsere Anfragen nie geantwortet. Er hat nicht einmal bestätigt, dass er die Proben erhalten hat. Selbst nachdem wir ihm einige Male geschrieben hatten, um herauszufinden, was mit den Proben passiert war, reagierte er nicht», sagt der Texaner. «Dann kam sein Artikel raus, in dem er behauptete, die Probe aus Texas stamme von einem Menschen. Später erfuhren wir von jemandem, der mit Sykes in Verbindung stand, dass diese falsch deklarierte Probe – sie stammte aus Oklahoma – unsere gewesen sein soll. Das hat bei uns allen einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.»

Sein Kollege Alton Higgins denkt, dass DNA-Spuren als Beweis ausreichen könnten, wenn sie in grosser Menge vorhanden wären. «Doch unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es sehr schwierig ist, an sie gelangen. Ausserdem sind die Analysen sehr teuer. Wir sind deshalb überzeugt, dass es am effizientesten ist, ein Exemplar zu erlegen. Es ist moralisch vertretbar, vor allem auch, weil es der erste Schritt zum Schutz der Tiere darstellt.»

Daryl Colyer ist derselben Meinung: «Ich glaube, das ist das Einzige, was wir tun können. Wir reden hier über einen Menschenaffen, der sieben bis acht Fuss gross ist, hier in Nordamerika lebt und noch nicht entdeckt wurde. Die Wissenschaft kauft uns das nicht ab, ausser sie kann das Ding anfassen und untersuchen.»

«Bigfoot ist definitiv kein Mensch»

Doch was, wenn es sich nicht um Tiere, sondern um Menschen handelt? Innerhalb der Bigfoot-Forscher-Community wird heftig über diese Frage gestritten. Ist ein Menschenaffe im Stil des Gorillas oder doch ein Hominide wie der Neandertaler? Für die NAWAC ist der Fall klar: Es handelt sich um Affen.

«Wir haben einige deutliche Hinweise darauf», sagt Colyer. «Sogar Homo erectus war in der Lage, Werkzeuge herzustellen. Man sagt, er sei der Erfinder des Feuers gewesen. Wir haben keine Anzeichen gefunden, dass der wood ape Feuer benutzt. Sie wissen, wie man Werkzeuge verwendet. Wir finden aber, dass diese mehr den Werkzeugen von Schimpansen entsprechen. Wir fanden Plätze, wo sie Nüsse zerschlagen hatten. Neandertaler trugen Kleidung und schmückten sich mit Schmuck. Sie sangen und machten anscheinend auch Musik.» Es sei definitiv kein Mensch. «Womöglich ist es eine frühe Hominidenart, aber wir denken, dass ein Menschenaffe am besten passt.»

«Jemand muss davon wissen»

Vielmehr als die Frage nach der Identität des wood ape beschäftigen Colyer zwei andere Fragen: Warum ist niemand vor ihnen auf die angebliche Bigfoot-Kolonie in den Ouachitas gestossen? Und was weiss die US-Regierung über die Spezies?

«Wir sind eine Non-profit-Organisation mit Hobby-Wissenschaftlern. Wir haben weder ein gut gefülltes Bankkonto noch Sponsoren. Aber wir haben es geschafft, diese Dinger zu finden. Wenn wir es geschafft haben, mit unseren begrenzten Ressourcen, eine Organisation mit 60 bis 70 Mitgliedern, warum ist dies noch niemand anderem gelungen?»

Jemand müsse davon wissen, folgert Colyer. «Die Jagd- und Fischereibehörde muss davon wissen. Wenn man Zeit in diesen Wäldern verbringt, sieht man Anzeichen von wood apes, man hört sie, man sieht sie von Zeit zu Zeit. Ich kann einfach nicht glauben, dass die Parkaufseher und Wildhüter nichts von ihnen wissen.»

Die NAWAC forschte einst in Texas auf staatlichem Land – mit Bewilligung. «Wir hatten dort Kamerafallen installiert. Das Departement des Inneren erlaubte es uns. Nach drei Jahren hiess es plötzlich: Das ist lächerlich, wir wollen euch hier nicht mehr, dieses Ding gibt es nicht, entfernt eure Kameras und geht. Und das wars.» Das sei mitunter ein Grund gewesen, wieso die NAWAC in Oklahoma nach geeigneten Standorten suchte und schliesslich in der Area X fündig wurde.

«Ich denke, die Behörden wollen nichts mit Bigfoot zu tun haben. Ich denke, dass es einige Beamte gibt, welche wood apes gesehen haben, aber ich denke, es wird allgemein unter den Teppich gekehrt.» Der Grund dafür – so vermutet Colyer – ist der unglaubliche Aufwand, der eine solche Entdeckung zur Folge hätte. «All die Regeln und Regulierungen, die neu erlassen werden müsste. Innert kurzer Zeit müssten riesige Waldflächen in den USA unter Schutz gestellt werden.» Das würde wohl nicht nur die Behörden, sondern auch die Forstbetreiber und Touristiker ärgern. Denn wie würden potentielle USA-Reisende reagieren, wenn sie wüssten, dass in den amerikanischen Nationalparks eine hochintelligente und zugleich mysteriöse Affenspezies lauert?

Offizielle Anerkennung sei jedoch nötig sagt, Colyer. «Nur so ist der Schutz möglich.»

«Wir wissen zwar nicht, wie viele wood apes in dieser Region oder in ganz Nordamerika leben und ob sie überhaupt gefährdet sind», ergänzt Alton Higgins. «Dass wir an diesem Ort Tiere verschiedener Grösse und Haarfarbe beobachten, deutet auf eine grössere Gruppe hin.» Insbesondere eine Sichtung im Sommer 2014 sei bedeutsam: Vier Jungtiere, die von einem Baum kletterten und flüchteten. «Sie ähnelten Schimpansen und flüchteten auf allen Vieren.» Aus der Sichtung könne geschlossen werden, dass mehrere Mütter im Tal lebten.

Higgins sieht Area X als ein Refugium, ein Zufluchtsort, wo sich die Tiere in Ruhe ernähren und fortpflanzen können. «Wir wissen nicht, wie viele solche Refugien es in Nordamerika noch gibt. Möglicherweise ist es eines der letzten.»

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